Das Programm

Die Schule des Essens ist ein wissenschaftsbasiertes, innovatives Programm für freudvolle Ernährungs- und Verbraucherbildung. Hauptzielgruppe sind Kinder und Jugendliche.

Ziele

Kinder und Jugendliche für das gute Essen zu begeistern und ihnen das Rüstzeug zu vermitteln, ihre Begeisterung umzusetzen, das ist unser Ziel. Wir sagen bewusst “gutes Essen”, nicht “gesunde Ernährung”. Gut meinen wir im umfassenden, ganzheitlichen, nachhaltigen Sinn. Und Essen sagen wir, weil es um alles geht, was mit Essen zu tun hat, nicht nur um die wissenschaftlichen, gesundheitsorientierten Aspekte der Ernährung.

Wir haben auch eine Vision: Dass die Schule des Essens fixer Bestandteil der Schullaufbahn jedes Kindes wird! Jede Woche mindestens ein Mal Schule des Essens, von der ersten Klasse Volkschule bis zur Matura, das wäre das Optimum!

Inhalte

Inhaltliche Basis der Schule des Essens ist das wissenschaftliche Konzept der Ernährungsökologie aka. Nachhaltige Ernährung mit ihren fünf Dimensionen Gesundheit, Umwelt, Wirtschaft, Gesellschaft und Kultur.

Wir werfen einen Gesamtblick auf unser Essen: Geschmacksbildung, Genuss, Esskultur, Psychologie,  Gesundheit, Lebensmittelkunde, Sensibilisierung für Qualität, (biologische) Landwirtschaft, Regionalität, Saisonalität, Nutztierhaltung, Globalisierung, Verarbeitung, Technologie, Kochen als Kulturtechnik und die damit verbundenen Lebenskompetenzen, Haltbarmachen, Wertschätzen von Lebensmitteln, Lebensmittelabfall-Vermeidung und vieles, vieles mehr.

Methode

Die Schule des Essens hat natürlich auch ein pädagogisches Konzept.
Die Hirnforschung sagt, Menschen lernen dann besonders gut, wenn positive Emotionen beteiligt sind: Begeisterung, Freude. Unsere Erfahrung zeigt uns laufend: Gemeinsames Kochen erzeugt Freude und Begeisterung!

Deshalb ist der zentrale Lernort der Schule des Essens die Küche. Im praktischen Tun ergeben sich Aha-Effekte. Gelernt wird quasi “nebenbei”: Welches Öl nehmen wir zum Braten der Laibchen und welches für den Salat? Worin unterscheiden sie sich? Wie ist die Fettsäurezusammensetzung? Welche Fette tun mir gut, mit welchen sollte ich lieber sparsam umgehen? Wie findet die Ernährungswissenschaft das heraus? Und von wem bekomme ich überhaupt seriöse Informationen?
So ungefähr läuft das ab. Und die Freude, mit der alle am Werken sind, ist die Basis für langfristigen Erfolg.

Da Essen so ein zentrales Lebensthema ist, lässt sich die Schule des Essens ganz hervorragend mit fast allen Fächern des herkömmlichen Unterrichts verbinden: Deutsch (Rezepte lesen), Mathematik (Mengenangaben be- und umrechnen), Englisch (englische Informationen lesen), Biologie (Landwirtschaft, Nutzpflanzen und -tiere), Physik (Lebensmitteltechnologie), Chemie (Kochprozesse), Geografie und Wirtschaftskunde (Lebensmittelhandel, Preise, Globalisierung), Religion/Ethik (Speisenvorschriften), Geschichte und politische Bildung (Esskultur, VerbraucherInnenbildung), Psychologie und Philosophie (Körperbilder, Vegetarismus), Bildnerische Erziehung (Stillleben), Werken (Küchenutensilien), Bewegung und Sport (Gesundheit).

Organisation

Wir sind überzeugt, dass die Schule des Essens am besten in der Schule stattfindet. Am allerbesten in der Pflichtschule. Denn Essen und Trinken ist etwas, das uns alle betrifft, das wir täglich mehrmals tun. Das, wenn wir es gut machen, uns selbst, der Umwelt und Gesellschaft gut tut, das uns aber, wenn wir es nicht gut machen, große Probleme bescheren kann. Deshalb ist es so wichtig, dass alle von klein auf das Wissen und die Kompetenzen lernen, gut zu essen.

Leider passiert das nicht immer im Elternhaus. Es passiert sogar umso seltener im Elternhaus, je dringender die Kinder diese Fertigkeiten bräuchten. In die Schule gehen sie aber alle, die Kinder aus den gesund essenden, bildungsnahen Elternhäusern, und jene aus den weniger gut situierten, weniger gesund essenden Familien. In der Schule erreichen wir sie alle! Und beim gemeinsamen Kochen lernen sie nicht nur jede Menge, sie wachsen auch zusammen.